Hohe Munde

Auf die Hohe Munde 2662 m


Datum:15. – 16.07.2022
Gebiet:Wetterstein Gebirge
Ausgangspunkt:Parkplatz 1 im Gaistal beim Kalvarienberg 1200 m
Zielpunkte:Hohe Munde 2662 m
Unterkunft / Einkehr:Gaistalalm 1373 m, Rauthhütte 1600 m
Tagestour:Nein, 2 Tage
Streckenlänge:19 km
Höhenmeter:1676
Zeit ohne Pausen:10:00 Std.
Gesamtgehzeit mit Pausen:1 1/2 Tage
SchwierigkeitDAV schwarz; SAC T4
  

Eine Bergtour mit Freunden der Sektion Ringsee aus Ingolstadt.

Wie kommt man eigentlich dazu, eine Bergtour bei einer fremden Sektion zu machen? Ganz einfach. Da Sebastian und ich gemeinsam einen Teil der Wanderleiterausbildung und Fortbildungen zusammen gemacht hatten, wollten wir auch danach die eine oder andere Tour gemeinsam unternehmen.

So kam es, dass ich und der Sepp bei der Sektionstour von der Sektion Ringsee mitgehen durften. Geplant war am Freitag den 14.07.22 der Aufstieg zur Rauthhütte mit Übernachtung dort. Am nächsten Tag solle es dann am Gratweg, über die Hohe Munde, zur Gaistalalm gehen. Dort war die nächste Übernachtung geplant. Danach wollten wir am Schlußtag noch über den Predigtstein wieder hinaus zu Parkplatz wandern.

Leider war der Wetterbericht nicht so vielversprechend. Für den Tag der Überschreitung war schlechtes Wetter vorher gesagt. Sebastian kürzte daraufhin einfach die Tour auf 2 Tage. Wir reisten also am Samstag erst an, um gleich zur Gaistalalm zu gehen. Obwohl nicht direkt ausgemacht, trafen die Ingolstädter und die Straubinger gemeinsam am Parkplatz ein. So konnten wir zusammen am Ganghofer Weg zur Alm wandern. Der breite Almweg ließ es zu, dass sich die Teilnehmer untereinander kennenlernen konnten. Sebastian und ich hatten uns sowieso einiges zu erzählen.

Bevor wir auf der Alm unser Lager bezogen, tranken wir noch gemeinsam Kaffee und aßen den selbstgemachten Kuchen von der Alm. Da nach der Einquartierung bis zum Abendessen noch Zeit war, wollten wir uns noch die Beine vertreten. Sebastian führte uns zu dem Forsthaus, in dem Ludwig Ganghofer zwanzig Jahre verbrachte und dort seine Romane schrieb. Leider kann man das Haus nur von aussen betrachten, da es sich in Privatbesitz befindet. Deshalb gingen wir weiter zur Tillfußalm und stiegen auf der gegenüberliegenden Bachseite ein Stück des Weges hinauf, den wir auch am nächsten Tag gehen würden. Das Wetter schien dabei immer besser zu werden und machte Hoffnung auf den nächsten Tag.

Am nächsten Tag war das Wetter tatsächlich gut. Also machten wir uns nach dem Frühstück auf den Weg zum Niedern Munde Sattel. Man kann den Gratweg in beide Richtungen gehen und so stiegen wir auf dem ursprünglichen Abstiegsweg hinauf. Sebastian führte ein angenehmes Tempo und ohne viel Mühe erreichten wir den Sattel. Dort gab es erst einmal eine kleine Brotzeit. Die Kleidung wurde ebenfalls angepasst, weil es kälter und windiger geworden war. Es war zu befürchten, dass sich das am Grat noch steigern würde.

Zunächst ging es einen endlos langen Grasrücken hinauf, bis wir nach ein paar Steil- und Schrofenstufen den Einstieg in den eigentlichen Gratweg erreichten. Eine gute Gelegenheit um Brotzeit zu machen. Für den Weiterweg empfahl uns Sebastian nun die Helme aufzusetzen. Eine luftige 1- Stelle war gleich der Auftakt. Von da an ging es immer am felsigen Grat entlang. Oft mussten wir mit Hilfe der Hände über die Felsen klettern und oft waren auch Tritte, Klammern und Stahlseile zur Unterstützung da. Die Hilfsmittel waren alle in gutem Zustand. Obwohl es sich um Klettersteigstellen A/B handelte, ging man ohne Klettersteigset. Die drahtseilgesicherten Stellen waren einfach zu kurz. Einige Stellen ohne Drahtseil waren ebenfalls entsprechend luftig und erlaubten gewaltige Tiefblicke.

Die eindrucksvollste Stelle war die Kesselschlucht. Dort ging es zunächst an Drahtseilen und Steighilfen steil hinunter und auf der anderen Seite ebenso steil hinauf. Aber danach war es auch schon geschafft. Der Grat lehnte sich zurück, wurde breiter und endete flach am Gipfel. Eine herrliche Aussicht erwartete uns und natürlich eine Brotzeit. Wir waren auf dem Westgipfel mit 2662 m dem höchsten Punkt der Tour. Etwas unter uns sah man hinüber zum Ostgipfel mit 2592 m. Dieser schien greifbar nah zu sein. Wie sich beim Übergang jedoch herausstellte, war es weiter als erwartet.

Vom Ostgipfel aus hatte man einen direkten Tiefblick nach Telfs. Lediglich Stahlnetze störten den freien Blick. Diese waren nötig um die Ortschaft unten vor Steinschlag zu schützen. Auf der anderen Seite sahen wir unser nächstes Ziel. Die Rauthhütte. Endlos lang ging es dort über raue und teils ausgesetzte Wege hinunter. Bis zum Schluß forderte der Weg die volle Konzentration. Schließlich setzte uns nach gut 1000 m Abstieg auch noch die Hitze zu. Froh, auf der Hütte angekommen zu sein, machten wir erst einmal Pause und bestellten uns eine Brotzeit.

Der restliche Weg war dann, bis auf den steilen Fahrweg gleich nach der Hütte, wesentlich angenehmer zu gehen und der Schatten im Wald hielt uns die stechenden Sonnenstrahlen etwas vom Leib. So erreichten wir den Kalvarienberg, wo ganz in der Nähe unsere Autos standen. Es war eine schöne Tour, die der Sebastian da geführt hatte. Überhaupt war es sehr harmonisch mit den Teilnehmern aus zwei verschiedenen Sektionen eine gemeinsame Tour zu unternehmen. Noch einmal ein herzliches Dankeschön an die Mitglieder der Sektion Ringsee aus Ingolstadt.

Hier noch eine kleine Bildergalerie mit den schönsten Fotos von der Tour:
(Alle Bilder Sepp Deuschl)

Wichtiger Hinweis:

Alle Angaben sind ohne Gewähr. Die Angaben wurden sorgfältig recherchiert, jedoch kann für die Richtigkeit der Angaben keine Haftung übernommen werden. Dies gilt insbesondere für Beschreibung und GPS-Tracks. Das Nachfahren oder Nachwandern der Tour geschieht auf eigenes Risiko. Bitte beachten Sie das Datum des Beitrags. Seither können sich Verhältnisse und Routenführungen geändert haben. Für das Einholen von Informationen zur Durchführbarkeit der Tour und zur Einschätzung der eigenen Leistungsfähigkeit hat der Benutzer die eigene Verantwortung zu tragen.