Schneeschuhtouren bei der Kelchalm


27.-28.02.2016 Aurach bei Kitzbühel

Kelchalm

Kelchalm

Die Kelchalm ist eigentlich die Bochumer Hütte und liegt in den Kitzbühler Alpen. Weil das Haus aber schon so alt ist und durch den Bergbau historische Bedeutung hatte, ist der Name Kelchalm bei den Einheimischen geblieben. Das Haus war früher das Bergheim der Bergleute die in der Gegend Kupfererze abgebaut haben.

Wir wollten von der Kelchalm aus ein paar alpine Touren mit den Schneeschuhen unternehmen. Wir, das waren 11 Alpenvereinsmitglieder der Sektion Straubing und 1 Gast der Sektion Oberland. Von der Grüntalkappelle aus gingen wir los. Gleich mit den Schneeschuhen an den Füßen, was sich schon nach kurzer Zeit als richtig erwies. Denn der Weg auf der Rodelbahn hinauf war ziemlich vereist.

Obwohl es nicht viel Schnee hatte, legten wir vorsichtshalber die LVS-Geräte an. Es war nämlich sehr warm geworden. Bald sahen wir die weißen Gipfel unter dem blauen Himmel, die unser Ziel für den nächsten Tag waren. Wir bogen noch um eine Kurve und schon sah man die Hütte. Gleich wollten wir dort unser Lager beziehen, aber der Wirt war noch nicht so weit. Nach einer kleinen Mahlzeit aus der Hüttenküche, konnten wir die Sachen die wir für einen weiteren Aufstieg nicht brauchten, wenigsten in der Hütte deponieren.

Schließlich wollten wir noch mindestens den Rauber besteigen. Steil ging es hinter der Hütte hinauf, hinüber in den Wald. Bald wurde es noch steiler und jeder versuchte die beste Aufstiegstechnik zu finden. Der Schweiß floss in Strömen. So mancher Schneeschuh bot auch nur in der direkten Falllinie halt, weil der Schnee etwas verharscht war. Deshalb konnten einige Schneeschuhe beim seitlichen Auftritt keinen Halt finden. Endlich erreichten wir die Forststraße unterhalb des Kamms. Von dort aus war der Aufstieg zum Kamm und dann weiter zum Gipfel nicht mehr so steil, so dass wir gut vorwärts kamen. Vom Gipfel des Raubers mit 1973 m hatten wir eine herrliche Aussicht über Kitzbühel und hinüber zum Kaisergebirge.

Nicht weit entfernt lockte schon der nächste Gipfel. Zwanzig Minuten später standen wir am Saalkogel mit 2006 m. Die Blicke schweiften das Glemmtal hinunter in Richtung Saalbach, dass man jedoch nicht sehen konnte. Dafür sah man aber die Leoganger und Loferer Steinberge und so manche Zillertaler. Das waren wieder einmal 2 auf einen Streich, die wir uns ins Tourenbuch eintragen durften.

Der Rückweg ging recht flott und ohne Problem zurück zur Hütte. Die steileren Passagen wurden dabei wieder für die Abstiegstechnik genutzt. Hier zeigten sich die Teilnehmer sehr kreativ. Von Bauchlage über Rückenlage bis zur Popobremse wurde alles erprobt. Auf der Hütte hatten wir dann noch Zeit um uns vor dem Essen frisch zu machen. Warmes Wasser auf einer Hütte ist schon ein angenehmer Luxus.
Dann lies man sich das Essen schmecken, dass man unter mehreren Gerichten ausgewählt hatte. Bald waren die ersten müde und suchten das Lager auf. Immerhin hatten wir heute 1100 Höhenmeter bewältigt.

Frühstück gab es nach zähen Verhandlungen mit dem Wirt leider erst um 8 Uhr. Aber trotzdem standen alle Teilnehmer eine dreiviertel Stunde später draußen. Wir wollten auf den Gamshag, der mit 2173 m. der höchste bei der Hütte ist. Es war sehr warm geworden. Das Thermometer vor der Tür zeigte 6° C Plus. Vom Dach der Hütte tropfte es beständig herunter. Auch der Wind hatte zugenommen und Böen schüttelten die Bäume kräftig durch. Wir machten uns trotzdem auf den Weg. Zunächst wollten wir zur Oberkaser Alm um dort das weitere Vorgehen abzuschätzen. Nachdem wir eine, für Schneeschuhe, äußerst unangenehme Hangpassage queren mussten erreichten wir ohne weitere Schwierigkeiten die Alm.

Da die rasche Erwärmung der Festigkeit des Schnees hier oben noch nicht zugesetzt hatte und der LLB für Kitzbühel immer noch auf 2 stand, entschieden wir bis zum Tor aufzusteigen. Auch hier zeigte sich wieder an den windgepressten, verharschten Stellen, die Schwierigkeit mit einigen Schneeschuhen bei den seitlichen Querungen. Wir versuchten deshalb möglichst direkte Aufstiegsspuren zu legen. Die Spuren der Skitourengeher erwiesen sich als wenig hilfreich. Zusätzlich pfiff ein starker Wind über die Scharte herüber und desto höher wir kamen umso schlimmer wurde es. In der Scharte, dem sogenannten Tor, trieb der Wind feine Eiskristalle vor sich her und peitschte sie uns unangenehm ins Gesicht. Wir zogen uns schnell winddichte Sachen an und marschierten noch zur anderen Seite der Scharte. Hier konnten wir das Tal hinaus bis nach Saalbach sehen.

Da der Wind immer wieder stark auffrischte überlegten wir ob wir eine Besteigung des Gamshag durchführen sollten. Der starke Wind würde am Gipfel sicher nicht weniger werden, so dass man sich nicht lange aufhalten könnte. Der Gipfelhang war sehr steil und bei den Skifahrern die herunterkamen merkte man wie verharscht und verpresst der Schnee war. Mit einigen Schneeschuhen könnte der Abstieg gefährlich werden, da diese nur einen geringen Halt bei den derzeitigen Bedingungen bieten würden. Somit verzichteten wir auf die paar Höhenmeter zu Gunsten der Sicherheit.

Ursprünglich wollten wir von der Hütte mit dem Schlitten abfahren. Hier hatte aber der Hüttenwirt Sicherheitsbedenken. Im Wald war die Strecke sehr stark vereist und das sei gefährlich. Außerdem war weiter oben am Sonnenhang kein Schnee mehr auf der Bahn. Eine schöne Abfahrt wäre es sicher auch nicht geworden. Deshalb gingen wir vom Tor zurück zur Oberkaseralm, machten nochmal Brotzeit und stiegen dann über Wiesenhänge, noch einen Bachlauf querend, zur Niederkaseralm ab.

Von dort ging es auf dem Fahrweg und der immer noch vereisten Rodelbahn wieder hinaus zum Grüntalparkplatz. Natürlich wurde noch eingekehrt. Der Gasthof Hechenmoos stand ja gleich nebenan.