Vom Drachensee ins Chodenland


Furth im Wald, 04.09.2012

im03000_hl02300raart11drachchoden2Eine neue Tour im Hohenbogen-Winkel verläuft von Furth im Wald zum Drachensee und über die tschechische  Grenze, hinein in’s Chodenland. Los ging es bei der Drachenstichhalle in Furth im Wald. Am großen Parkplatz waren die Räder wie üblich schnell “zusammengeschraubt”. Wir hatten auf den Wettergott vertraut und musten jetzt feststellen, dass es doch etwas frischer war als in Straubing. 15 Grad zeigte das Thermometer hier um 9:45 Uhr. Etwas fröstelnd fuhren wir los in Richtung Freibad. Eine dichte Wolkendecke über uns lies auch noch ein paar Regentropfen fallen.

Unverdrossen fuhren wir jedoch weiter, in der Hoffnung es möge doch nicht so viel regnen. Warm werden würde uns sicher bald vom treten. So kamen wir am Wildgarten vorbei. Eine Art Schaugarten, der mit der Austellung der Wildnis lockte. Diesmal war der Schwerpunkt die heimische Unterwasserwelt. Da uns aber nach wie vor kalt war radelten wir weiter. Bald erreichten wir den Drachensee. Grau präsentierte sich seine Oberfläche, genauso wie der Himmel. Am See entlang ging es dann doch etwas bergauf, so dass uns endlich wärmer wurde. Plötzlich tauchte am gegenüberliegenden Hang die Ortschaft Eschlkam auf. Wunderschön gelegen und bei Sonnenschein bestimmt noch schöner. Unsere Strecke führte uns jedoch haarscharf an Eschelkam vorbei und über Osbühl hinauf Richtung Daberg. Die Gegend wurde immer einsamer. Hin und wieder sah man abgelegene Bauernhöfe. im03000_hl02300raart11drachchoden1Selbst jetzt nach so langer Zeit spürte man noch den kalten Hauch des “Eisernen Vorhangs”. Oder war es doch eher der böhmische Wind der immer noch frisch durch unsere Kleider pfiff. In der Nähe eines Bauernhofes trafen wir auf einen Mariengedenkstein der mit Fuchsien geschmückt war. Kurz darauf standen wir auch schon an der Grenze. Die alten Panzersperren waren beiseite geräumt und nur noch die Hoheitszeichen wiesen auf den Grenzübertritt hin. Gott sei Dank ist das jetzt so!

Auf der anderen Seite ging es nun auf einem Forstweg weiter. Der Weg wurde schlechter, gerade recht jdedoch für unsere Bergräder. Auf einem matschigen Weg ging es abwärts und gleich scharf rechts, direkt durch einen Bauernhof, der noch an die Kolchosen erinnerte. Obwohl keine Menschenseele zu sehen war, schien der Hof noch in Betrieb zu sein. Der Weg führte uns zu der kleinen Ortschaft Stary Spalenec. Der Wegweiser der Further mit dem Radelsymbol zeigte uns den Weg in Richtung Ceska Kubice. Hier hätte man sich von den Wegbeschreibungen ruhig an die tschechischen Radwegweisungen halten können. Die Tschechen haben sehr gut ausgeschilderte Radwege. Immer wieder hatte man schöne Ausblicke über die weiten Hügel des Böhmerwaldes. Nun ging es hinab auf der Teerstrasse nach Ceska Kubice. Trotz der Beschreibung fuhren wir prompt in den Ort hinein. Dabei sollte man doch vorher rechts abbiegen. Also drehten wir um und fanden schließlich wieder die Wegweisung. im03000_hl02300raart11drachchoden3Nur aufgesprüht war das Symbol und von daher etwas ungewöhnlich und auch schlecht zu sehen. Aber wir haben es ja gefunden. Der Weg führte immer neben der Bahn entlang durch dichten Wald. An einem unscheinbaren, grasbewachsenen Waldweg ging es plötzlich links hinunter. Gerade hatten wir noch den Wegweiser gesehen. Steil und mit tiefen Furchen zog der Weg hinunter zu einer Bahnunterführung mitten im Wald. Die Strecke war etwas zu gefährlich zum Fahren und so beschlossen wir zu schieben. Weil wir gerade dabei waren und die Uhr schon auf 12 zuging, machten wir auch gleich Brotzeit. Mitten im Wald, einsam, still und schön.

Jede Brotzeit hat auch ein Ende und wir fuhren weiter. Kurz vor Babylon hatten wir wieder unseren Radweg verloren. Aber der Ort war schon sehr nahe. Allerdings mussten wir ein kurzes Stück auf der Hauptstrasse fahren. Eng und sehr viel befahren. Die Lastwagenfahrer waren nicht sehr erfreut über uns. Endlich ging es auf der anderen Seite auf einem sehr guten Radweg weiter. Vorbei an den Badeweihern war es nicht mehr weit bis Thranov.im03000_hl02300raart11drachchoden4 Ein schön gelegenes Städtchen mit einem Dorfweiher und dem Chodenschloss. Hier war der Wendepunkt der Tour. Von hier ging es nach Pec und dann wieder in den Wald hinein. Das sind riesige, nein, eher endlose Wälder die durch das Fichtenbach Tal ziehen. Irgendwann kommt man an alten Kasernen vorbei. Hier wohnt keiner mehr. Kein Soldat und kein Geschütz. Alles wird langsam aber sicher vom Wald zurückerobert. Ganz ohne Waffen. Kurz darauf fährt man ohne Vorwarnung über die unscheinbare Grenze und findet sich in Voithenberghütte wieder. Hinab ging es nach Furth im Wald zu unserem Ausgangspunkt. Kalt war uns da nicht mehr und wir haben beschlossen diese Tour nochmal zu wiederholen. Demnächst schon bald!